Die Geschichte der Kolpingsfamilie Oberkochen

Gründung und erste Jahre

Durch die Bestätigung des Generalpräses Hürth vom 09.02.1926 wurde dem Ansinnen der Oberkochener um die Aufnahme in das Kolpingwerk stattgegeben. 16 junge Männer waren Gründungsmitglieder als die Kolpingsfamilie am 29. Februar 1926 im Gasthaus "Zur Grube" gegründet wurde. Beiliegender Wortlaut der Bestätigung aus Köln: Auf dem Programm standen neben Spiel und Sport auch das Laientheater. Namhafte Erfolge sind nachzuweisen, wie eine alte Urkunde beweist.

Auch musikalisch hat sich etwas getan, denn schon bald nach der Gründung wurde ein Spielmannszug ins Leben gerufen. Doch ist dem noch jungen Verein recht bald ein gewaltsames Ende gesetzt worden. Im Jahre 1933 fand der Deutsche Gesellentag in München statt, an dem sich auch Oberkochener Kolpingsmitglieder beteiligt haben, der durch den Terror der SA vorzeitig abgebrochen werden mußte. Nach der Machtübernahme Hitlers begann sich schon recht früh der Anspruch des totalitären Systems auf Vereinnahmung aller Lebensbereiche der Menschen abzuzeichnen. Von Köln aus wurden die Gesellenvereine umorganisiert, indem man die Aktivitäten auf rein kirchliche Bereiche beschränkte. So sollte der Machtanspruch der Nazis eingeschränkt werden. Der Verein wurde umbenannt in Kolpingsfamilie. Die aktiven Mitglieder bis 35 Jahre bildeten die Kolpingsfamilie. Die Älteren und verheirateten Mitglieder nannte man "Altkolping". Damit wurde versucht, der Bedrängnis des totalitären Staates wenigstens in bescheidenem Rahmen zu widerstehen. Heute ist es schwer verständlich, sich ein Bild der massiven Drohungen des Nazi-Regimes zu machen. Doch die Zeit war sehr hart - auch für die Kolpingsfamilie Oberkochen.

Die Machthaber veranlaßten die Einziehung des Vereinseigentums. So wurden Barren, Reck, Pferd und Matten sowie die Musikinstrumente des Spielmannszuges und das Kassen- und Protokollbuch beschlagnahmt. Lediglich der Tambourstab konnte gerettet werden. Dieser ist bis heute erhalten und hat seinen Ehrenplatz in der Kolpingshütte. Mit dem Verbot der Kolpingsfamilie wurde auch gleichzeitig jegliche katholische Jugendarbeit verboten. Dies dauerte bis zum Ende des II. Weltkrieges an.

 

 
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